Es hatte etwas gedauert, jetzt haben wir ein "Ultrium-1" (= 100 Gigabyte), bei HP Ultrium 230 genannt, zerlegt. Das Mainboard kommt aus der Tschechischen Republik, die Motoren von Philips, die Gehäuse-Plastikteile samt Bedienteil aus "Great Britten" und montiert wird es auch in GB. Dieses HP Gerät ist aus der KW 41 in 2002. Viele Chips sind aber bereits aus Anfang Jan/2001.
Und hier kommt, was "der Ingenieur" mit langer DLT Erfahrung dazu sagt:
- Das Chasis ist wie bei den DLTs 5 1/4 Zoll breit und hat volle Bauhöhe. Es ist ein leicht verripptes ALU Druckgußchassis und hat einen weniger komplexen Aufbau als die DLT Chassis.
- Die beiden LTO-Servo-Motoren sind leicht versetzt aber technisch absolut baugleich samt der Steuerungsplatine auf dem Motor.
- Die beiden LTO-Motoren sind strikt getrennt nach Mechanik (im Chassis montiert) und Elektrik und Elektronik (auf und unter der Platine). Dieses Konzept ist deutlich wartungsfreundlicher als bei den DLTs.
- Beide Motoren haben die gleiche Achse mit der gleichen Transport-Aufnahme auf der Achse. Die absolut gleiche Höhe der Bandteller und des Bandes wird mit präzisen Metall-Ausgleichscheiben erzielt. Hier hat man so gut wie alle DLT Konzeptionsschwächen und Altlasten aus 1984 beseitigt.
- Die Wicklungen des Stators sind direkt auf der Unterseite der Motor-Steuerplatine aufgeklebt und durchkontaktiert.
- Die Motor-Steuerplatine hat mindestens eine Service- Platinen- Steckverbinder (ähnlich den Seagate SCSI Platten), über den aber bisher nichts bekannt ist. Wir vermuten, daß man darüber wichtige Laufwerks-Daten während des Betriebes abfragen kann und auch die Firmware besser laden kann.
- Das große Mainboard wohnt unter dem Chassis wie bei den DLTs.
- Der Kassetten-Einzug samt Auswurf erfolgt motorisch, es gibt keine handbetätigte Klappe mehr (bei den DLTs gabs die Handklappe).
- Die Kassette samt Schacht wird motorisch auf den Zahnkranz des Abwickelmotors abgesenkt. Wie bereits gezeigt, ist der Leader völlig anders als bei DLT, aber ähnlich wie bei S-DLT.
- Gab es bei DLT noch 6 Umlenkrollen, bei S-DLT und VS80 nur noch 4, so hat das LTO Laufwerk nur noch 2 (deutlich dickere) Umlenkrollen.
- Ein sehr kleines Motörchen fährt ein Visir vor den Kopf, wenn gespult wird.
- Der LTO Kopf wird mit einem sehr leichtgängigen Linear-Motor rauf und runter positioniert. Der Kopf steht immer senkrecht zum Bandlauf.
- Das Kopf-Verschmutzungsproblem wurde noch nicht gelöst. Es werden immer noch Reinigungsbänder zu Hauf angeboten.
- Die LTO Kassette ist nicht mehr exakt quadratisch wie z.B. die DLT und S-DLT Kassetten, aber immer noch genauso breit. Sie ist auch etwa 2 bis 3mm flacher.
- Bekommt der Leader1 den LTO Bandanfang beim Einfädeln nicht zu fassen, verschwindet er genauso unwiederbringlich in der Aufwickelspule wie bei den DLTs und S-DLTs. Der Service ist gefragt. Das Einfädeln des Leader1 bei LTO ist fast genauso fummelig wie bei DLT.